Was mich 2019 glücklich gemacht hat {Jahresrückblick}

Ob ich das überhaupt noch kann? – Was denn? – Na, dieses Bloggen. Schreiben und fotografieren und so. – Wieso? – Ich hab das doch jetzt schon so lange  nicht mehr gemacht! – Na und? – Wie, na und? – Probier’s halt aus, dann wirste’s schon sehen!

Ihr lieben Leser*innen, seid Ihr noch da? Ich war so lange nicht hier! Drei Monate bestimmt. Und auch vorher habe ich mich ja selten blicken lassen… Geradezu verwaist war die Laube, jedenfalls die virtuelle. Im Garten bin ich schon häufig gewesen dieses Jahr. Der Gute! Ohne das Wühlen in der Erde, ohne meine Blumen, ohne das Säen und Ernten, Fluchen und Freuen wäre ich sicher manches Mal verrückt geworden. So ein Stück Acker ist auch ein Stück NormalitätGlück, wenn das Leben völlig aus den Fugen gerät.

Das war mein 2019: eine einzige Achterbahnfahrt. Anstrengend, fordernd, beängstigend. Aber auch heiter, hoffnungsvoll, froh. Denn wo Schatten ist, da ist auch Licht. Das weiß ich jetzt, das hat mir das vergangene Jahr auf seine Weise beigebracht. Man muss nur genau hinsehen, dann findet man es auch (das Licht).

Das ist nicht leicht, am Bett von jemandem zu sitzen, der so schwer krank ist, der einem die Welt bedeutet und man kann ihm trotzdem nicht helfen, weil man kein Arzt ist und sowieso nicht die Hälfte von dem versteht, was da gerade vor sich geht. Man kann einfach nur da sein. Da sein, zuhören, Fragen stellen, von draußen und vom Leben erzählen, dieselben Witzchen machen wie früher als Kind und versuchen, für Licht zu sorgen, wo die Rollos vor dem Fenster jeden Tag aufs neue heruntergelassen werden, weil die Frühlingssonne ausgesperrt werden soll. Das kann man, und das schafft man auch, selbst wenn man das nie, nie, nie im Leben für möglich gehalten hätte.

2019 in einem Satz? Das hörte sich wohl ungefähr so an: Erst hatten wir Pech, und dann kam ganz viel Glück dazu. Die Geschichte, von der ich Euch an dieser Stelle nur einen Bruchteil erzähle, ist nämlich toitoitoi tatsächlich GUT ausgegangen. Bis daran zu denken war, bis ich begreifen konnte, was da passierte Glück gehabt!!, war das Jahr zur Hälfte rum. Pfingsten fand ich, man könnte doch jetzt glatt noch mal Silvester feiern. Mir war danach. Aber wo hätte man die Raketen dazu herkriegen sollen? Also: inneres Feuerwerk!

Denn auch das habe ich in den letzten zwölf Monaten gelernt: Das Glück liegt in den kleinen Dingen. Klingt sehr nach Allerweltsweisheit, is‘ aber wirklich so, und – Notiz an mich! – ich hoffe sehr sehr, daß ich das im neuen Jahr nicht gleich wieder völlig vergesse.

Das Glück versteckt sich in der Hängematte unterm Kirschbaum. Es wartet bei der Feierabendrunde durch den Garten auf mich und sitzt mit auf der Terrasse, wenn sich Freunde zum Kaffee ansagen. Dafür einen Kuchen zu backen macht mich glücklich. Nicht auf Nachrichten oder Anrufe zu warten, das Telefon einfach mal links liegen zu lassen noch mehr.

Glück heißt aber auch sagen zu können: „Och, eigentlich ist hier alles wie immer!“ Normal halt. Keine besonderen Vorkommnisse. Im Garten blühen die Dahlien, wächst und gedeiht das Unkraut, geh‘ ich auf tägliche Himbeerrunde. Wir pflücken so reichlich von allem, daß mir am Ende der Saison sogar die Einmachgläser ausgehen und ich mir von Freunden Gläser borgeln muß. So kann Glück auch aussehen! Schließlich geingt mir im verflixten siebten Jahr des Schrebergärtners endlich die heißgeliebte, aus den eigenen Hagebutten eingekochte Hagebuttenmarmelade.

Im Büro gibt’s öfter mal selbst geerntete Gurken und Salat zum Mittag. Glück schmeckt verdammt gut, wenn es aus dem eigenen Garten kommt! Und meine Kolleg*innen, die sind in dieser ganzen Zeit sowieso unschlagbar, weil sie sich mit mir über jeden Meilenstein und jede gute Nachricht freuen und immer Verständnis haben, wenn ich freinehme, auch wenn dafür eigentlich gar keine Zeit ist. Oder zu viel zu tun, oder beides. DANKE!

Im Juni fängt das Jahr 2019 also neu an, kommt die Zuversicht mit Karacho zurück – auch das ist ein Glück. Die Chance, mittendrin neu anzufangen, kriegt niemand einfach so, das wird mir klar.

Im August fahre ich zum Gartenbloggertreffen bei Volmary in Münster. Das ist wie Klassenfahrt und Festival in einem und ein Glücksmoment, der lange nachwirkt. Zum vierten Mal findet diese schöne Veranstaltung statt und ich darf mit meiner kleinen Hütte zum vierten Mal dabei sein, treffe liebe Bloggerfreunde, bade in Blumen, Blumen und noch mehr Blumen und mache mir super gern beim Samenkugelrollen die Pfoten dreckig. Woran erkennt man einen Gärtner im Sommer?

Bei der Tomatenchallenge landet meine Ernte weit abgeschlagen auf einem der hinteren Ränge. Mit einem Brixgehalt von sechs Komma irgendwas waren sie wieder nicht süß genug. Das macht mir aber gar nichts, denn so lerne ich immerhin, daß Tomaten durchaus an Geschmack verlieren können, wenn sie zu lange am Strauch hängen und der ideale Erntezeitpunkt verstreicht. Und ich dachte, je länger, je reifer! Aber nein, das stimmt wohl eben gerade nicht. Jetzt muß ich also nur noch herausfinden, woran ich zweifelsfrei erkennen kann, daß – und vor allem: wann?! – meine Tomaten perfekt reif sind.

Im Garten säe ich Endivien, Pak Choi und Grünkohl aus und freue mich darauf, noch etwas zum Ernten und Verarbeiten zu haben, wenn’s kälter wird.

Im September fliegen die Kraniche. Das ist ein Schauspiel! Der Freund und ich verbringen zwei erholsame Urlaubswochen am Bliesenrader Bodden auf dem Darß. Und die einzigen, die unsere glückliche Ruhe dort stören, sind in der Tat die Kraniche, die morgens früh und am späten Nachmittag laut trötend in Dreiecksformationen übers Haus rauschen.

Wie so ein eleganter Vogel ein solches Spektakel verursachen kann? Fragt mich nicht, ich habe keine Ahnung. Früh fliegen die Tiere zu ihren Futterplätzen auf dem Festland und abends kommen sie zurück, um ihre bevorzugten Schlafplätze im flachen Wasser am Boddenufer aufzusuchen. Dort sind sie vor Angreifern geschützt, erzählt uns der Schiffskapitän bei einer Bootstour, die uns an einem sonnenbeschienenen Sonntagabend den Prerowstrom hinunter führt. Hunderte Kraniche tanzen flatternd über unsere Köpfe hinweg.

Und dann ist plötzlich Weihnachten. Dieses Jahr, das so ängstlich begonnen hat, endet mit einem großen, großen Glücksmoment, da wir das Fest alle zusammen mit der Familie feiern. Dafür bin ich so dankbar! Ein besseres Geschenk hätte mir dieses bekloppte 2019 nicht machen können. Ich hatte mir aber auch nichts anderes gewünscht.

Zweimal Sommer: Kräutersalz und Minzzucker selbstgemacht {Geschenke aus Laubenhausmädchens Küche}

Während alle anderen längst vom Herbst schwärmen, versuche ich, den Sommer mit allen Mitteln festzuhalten. Das ist jedes Jahr das gleiche. Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ich wieder Strümpfe anziehen muss, an dem alle Himbeeren geerntet und die letzten Tomaten von den Sträuchern gepflückt sind. Nicht immer treten diese drei Ereignisse zeitgleich auf, das eine oder andere lässt sich zu meinem Glück manchmal auch ein kleines bißchen hinauszögern. (Die Himbeeren halten ja bei günstigem Wetter oft noch bis November durch – da akzeptiere ich dann notgedrungen auch die Strumpftemperaturen.)

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Gar nicht sauer, sondern köstlich. Zitronengurken {Laubenhausmädchens Gemüsegarten}

Ist das nicht echt vertrackt? Ausgerechnet im Sommer, wenn’s doch eigentlich aus dem Garten so viel zu berichten gäbe, hab‘ ich im Garten auch so viel zu tun. Spaß man das ja! (Eine ganze Menge sogar.) Aber – viel zu tun ist es trotzdem. Komme ich denn da dazu, Euch vom Garten zu erzählen? Nicht wirklich. Also, viel zu selten jedenfalls! (Merkt Ihr ja selbst.)

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Stockrosen und ein Madeleines-Rezept {Souvenirs}

Ich geb’s zu: Über Regentage mitten im Sommer habe ich mich wohl lange nicht mehr so gefreut wie in diesem Jahr.

Nach der langen Trockenheit im Juni konnten die Pflanzen im Garten in den letzten zehn Tagen einmal ordentlich durchatmen und dringend benötigtes Wasser von oben schöpfen, derweil ich mein erhitztes Gärtnerinnengemüt um willkommene zehn bis 15 Grad (geschätzt) heruntergekühlt habe. Das tat wohl uns allen irgendwie gut …

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Kommt, wir spielen Kirschen versenken {Junigarten}

Kann es wohl sein, daß der Juni der schönste Gartenmonat von allen ist? Mir kommt’s gerade mal wieder so vor.

Die Rosen geben sich eine nach der anderen die Klinke in die Hand und blühen nur so um die Wette. Am Lavendel tummeln sich die Hummeln und die Schmetterlinge, meinen Dahlien kann ich beim Wachsen zusehen und die Blütenbälle des Zierlauchs explodieren geradezu. Der Kürbis kommt ohne Stütze längst nicht mehr aus, die Tomaten sind jedenfalls blütenmäßig völlig außer Rand und Band geraten und die erste Gurke können wir wohl auch bald ernten. So soll das sein! So ist es auch jedes Jahr im Juni, scheint’s? Und jedes Jahr bin ich wieder höchst erstaunt. Daß das alles so kommt, hätte ich mir doch im Mai überhaupt noch nicht träumen lassen.

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Papa Was a Rollin‘ Stone {Blind-Date Edition #7}

Was kommt dabei heraus, wenn sich 16 BloggerInnen zu einem festlegten Song Gedanken machen und die entstandenen Beiträge zeitgleich ins Internet stellen?

Unter dem Motto „Papa was a Rollin‘ Stone“ hat jede/r von uns einen Beitrag zu dem gleichnamigen Song von The Temptations geschrieben.
Wir wissen nicht, was die Anderen geschrieben haben, es gab keine inhaltliche Abstimmung und wir sind sehr gespannt auf das Ergebnis!

Mit dabei sind: Gartenbaukunst, BeetkulturDer kleine HorrorgartenCardamonchai, RienmakäferGarteneuphorie, Garteninspektor, Faun & Farn, Naturgartenideen, Ein Stück Arbeit, Herwoodenheart (Instagram), Kistengrün, WirGartenkinder, Wohnungsgarten, Berlingarten und das Laubenhausmädchen.
Und wir alle wünschen Euch viel Spaß beim Lesen!

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Frühlingsfarben und ein Marmeladenrezept {Rhabarberzeit}

Hat die aber mal lange nichts von sich hören lassen? Ja, hat sie, das stimmt. Seit März? Ich geb’s wohl zu. Falls Ihr Euch gefragt habt, ob’s das Laubenhausmädchen überhaupt noch gibt… Ja, ich bin noch da! Der Blog ist auch noch da, leise zwar, aber ja. Da!  Und der Garten – auf den Garten ist sowieso immer Verlaß. Er scheint es mir noch nicht einmal besonders übel zu nehmen, daß ich in den letzten Monaten so selten bei ihm war und nie mehr als ein paar Stunden  abzwacken konnte. Der Garten ist einfach da. Der wertet nicht, der wartet. Er macht in der Zwischenzeit sein Ding, so rein unkrautmäßig und so. Aber er ist da, und das ist toll.

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Frühlingsgrüne Lauch-Fenchel-Suppe

Kennt Ihr das auch? Da sitzt man mittags mit den KollegInnen in der Pause zusammen, isst und unterhält sich – worüber denn auch sonst? – übers Essen. Natürlich! Guckt seinen Tischnachbarn auf die Teller, sagt „oh, das sieht aber auch sehr lecker aus, was du da hast!“, und am Ende tauscht man vielleicht sogar Rezepttipps aus. Bei uns in der Abteilung ist genau das bald tägliches Geschäft, mir scheint, ich arbeite mit lauter Schlemmern zusammen …

Bei einer dieser Gelegenheiten bin ich schon vor einer ganzen Weile mal an das Rezept für die frühlingsgrüne Lauch-Fenchel-Suppe gekommen. Eigentlich war’s mehr eine Idee von einem Rezept als eine genaue Angabe von Mengen, Zutaten und Abläufen, nach dem Motto, nimmste Lauch, nimmste Fenchel, dünstest beides ’n bisschen an, gießt es mit Brühe auf, läßt das Gemüse weich kochen und pürierst es einmal gründlich mit dem Mixstab. Vielleicht noch’n Schuß Sahne dazu, fertig.

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Saisonstart und Streuselkuchen {Rezeptesammlung}

Frühling im Februar! Leute, ich war im Garten. Nicht bloß mal eben so, gucken, wie’s ist und nach einem kurzen Rundgang schnell zurück nach Hause, weil kalt und blöd und ungemütlich draußen. Nein, so richtig! Zwei Nachmittage lang. Mit Spaten in der Hand und Gummistiefeln an den Füßen, mit Zwiebelblumen zählen und Sonnenpause auf der Bank vor der Laube.

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Winterprojekt: Wildbienen-Nisthilfe, aus Pflanzenstengeln selbst gebaut

Unsere Parzelle soll (noch) insektenfreundlicher werden. Das ist, hoch und heilig versprochen und an dieser Stelle offiziell bekräftigt, mein großes Garten-Vorhaben für 2019.

Erinnert Ihr Euch, daß ich im vergangenen November eine Handvoll Himbeerstengel aussortiert und beiseite gelegt hatte? Die Achtung, ein Zitat aus meinem Lieblingsfilm schrecklichen haarigen Biester haben vor dem Wetter geschützt in der Laube überwintert, denn sie sollten jetzt, zwei Monate später (ungefähr) noch möglichst intakt und auf keinen Fall morsch sein. Warum und wieso und was ich mit den Stengeln angestellt habe? – Na, ich habe sie zum Bau einer Nisthilfe für Wildbienen verwendet!

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