Gar nicht sauer, sondern köstlich. Zitronengurken {Laubenhausmädchens Gemüsegarten}

Ist das nicht echt vertrackt? Ausgerechnet im Sommer, wenn’s doch eigentlich aus dem Garten so viel zu berichten gäbe, hab‘ ich im Garten auch so viel zu tun. Spaß man das ja! (Eine ganze Menge sogar.) Aber – viel zu tun ist es trotzdem. Komme ich denn da dazu, Euch vom Garten zu erzählen? Nicht wirklich. Also, viel zu selten jedenfalls! (Merkt Ihr ja selbst.)

Dabei hätte ich Euch doch längst von meiner neu entfachten Gurkenliebe vorschwärmen wollen!  Gurken mag ich spätestens seit dem Gurkinger* und seit ich das erste Mal in meinem Leben original englische cucumber sandwiches aß. Und seit wir sie selbst anbauen, weiß ich eines ganz sicher: Was einem im Supermarkt so als Gurke angeboten wird, hat mit dem geschmackigen Gemüse meist nicht sonderlich viel gemein. Die einen schmecken nach Wasser, die anderen – also, die aus dem Garten, meine ich – schmecken wie Gurke. Wie ich den Geschmack von Gurke beschreiben würde? Auf jeden Fall erfrischend. Grün, ein bißchen bitter manchmal, aber immer knackig. Würzig-erdig, wenn es eine Schmorgurke ist, die gerade dampfend-heiß aus dem Ofen kommt. Leicht und hell, mehr nach Melone und vielleicht sogar ein wenig süß, tatsächlich mit einem Hauch von frischer Zitrone, wenn es eine Zitronengurke ist, die auf meinem Saltatteller landet.

Zitronen-was? Ja, Ihr habt richtig gelesen! Zitronengurke. Ihre Früchte sind fast ganz rund, außen zitronengelb und leicht bestachelt, und schmecken ganz wunderbar gurkig.

Die grünen Blätter sind bei der Zitronengurke etwas kleiner als bei anderen Sorten, haben aber die typische Gurkenblattform. An der Größe ihrer Blätter kann man sie also ganz gut erkennen. (Wenn man, wie’s mir dieses Jahr wieder passiert ist, beim Vorziehen der Pflanzen hinterm Fenster nicht dran denkt, die Töpfe zu beschriften. Als ob man sich das alles merken könnte, und als ob Gurke gleich Gurke wäre! Wer denkt denn sowas?)

Woher die Zitronengurke stammt, ist gar nicht so leicht herauszufinden. Von der Ur-Gurke sagt man ja, dass sie aus Inden ihren Weg nach Europa gefunden hat. Schon die Römer haben angeblich Gurken gegessen. Über die Zitronengurke habe ich gelesen, dass sie womöglich aus Australien oder Russland stammt. Eine Frucht mit internationaler Vergangenheit! Woher auch immer, die Trockenheit dieses Sommers, gefolgt von Platzregen und schwüler Hitze (gefolgt von Trockenheit) ist jedenfalls nicht ihr liebstes Wetter. Gurken mögen’s an sich eher kühl und brauchen vor allem sehr viel Wasser, damit sie gedeihen. Um einen guten Ertrag zu sichern, sollte man die Pflanzen wie Tomaten regelmäßig düngen.

Ich mache es eigentlich immer so, daß ich schon bei der Pflanzung im Früjahr (nach den Eisheiligen, wenn ich die Gurken nach draußen setze) etwas Langzeitdünger in Pelletform mit ins Pflanzloch gebe. Später arbeite ich dann mit Flüssigdünger, das ist so schön unkompliziert. Wenn die Pflanzen mir über den Kopf zu wachsen drohen oder ich Anzeichen von Mehltaubefall auf den Blättern bemerke – was, da wir kein Gewächshaus haben und meine Gurken im Freiland stehen, unter den hiesigen Wetterbedingungen früher oder später der Fall ist –, schwinge ich die Gartenschere und lichte ein bißchen aus. Vor allem versuche ich, alle Blätter abzuschneiden, die mir verdächtig vorkommen. Mit dieser Strategie bin ich bis jetzt immer ganz gut gefahren, ohne Pflanzenschutzmittel verwenden zu müssen. Außerdem stecken die Pflanzen dann auch mehr Energie in die Früchte, und das ist ja eigentlich die Hauptsache.

Seit Ihr auch solche Gurkenfans wie das Laubenhausmädchen? Verratet mir in den Kommentaren doch gern Eure liebsten Rezepte!

 

*Christine Nöstlinger, Wir pfeifen auf den Gurkenkönig. Meine Taschenbuch-Ausgabe von Rohwolt stammt aus dem Jahr 1984. Zu der Zeit kam ich gerade in die zweite Klasse. Die erste Begegnung mit einem echten Gurkensandwich muß tatsächlich vorher gewesen sein, wenn ich mich recht entsinne. So ganz genau weiß ich das aber nicht mehr.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.