Nachgefeiert {Bloggeburtstag}

D R E I Jahre ist das Laubenhausmädchen jetzt schon alt. Drei Jahre! Das kommt mir gar nicht so vor. Und ich hatte so viel zu tun in den letzten Wochen, daß ich beinahe ganz darüber hin gekommen wäre. Den Geburtstag vergessen! – Geht gar nicht. Deshalb feiern wir nach. Jetzt. Bitte sehr, es gibt Kuchen. Portugiesischen Olivenölkuchen, frisch gebacken, saftig-süß und köstlich mit viel Zimt und Gewürzen. Dazu serviere ich einen starken Kaffee, ungefähr von der Sorte, wie sie mir im Urlaub in Portugal im letzten Herbst gelegentlich die Schuh‘ ausgezogen haben, bis ich mich daran gewöhnt hatte. (Zwei Wochen später dachte ich, ohne kann ich auf gar keinen Fall auskommen. Nicht ohne den guten Kaffee, aber auch nicht ohne die Sonne und das Licht und die freundlichen Menschen.)

Ein bißchen war’s wohl wie das verflixte dritte Jahr, dieses vergangene Blogjahr. Es hat mir viele tolle Begegnungen [hier], neue liebgewonnene Bekanntschaften [hier] und lustige Momente [hier] beschert. Ich habe gelernt: Blogparaden machen Arbeit – bringen aber auch sehr viel Spaß. Und Gelegenheit, Leckerstes zu kochen, wenn eine kleine Rezeptesammlung dabei herumkommt wie bei Laubenhausmädchens erster Blogparade [hier]. Oder, in guten Gartenbüchern zu schmökern [hier]. Das war die Idee der lieben Caro von Hauptstadtgarten, und ich freue mich immer noch, daß ich im letzten November bei ihrer Blogparade dabei sein durfte.

Ich habe aber auch gelernt: Wenn Blog und Wirklichkeit aufeinandertreffen, ist das manchmal gar nicht so leicht. Dann stapeln sich die Ideen für neue Beiträge, versacken sehr viele Bilder auf der externen Festplatte und schlummert so mancher Textentwurf vor sich hin, weil mir einfach die Energie (oder die Zeit – oder beides) fehlt, Blogbeiträge ordentlich auszuarbeiten. Und halbgare Sachen kann ich schon in der Küche nicht leiden! Aber ich versuche, solche Phasen zu akzeptieren. Das ist wie mit dem Wetter und dem Gärtnern. Oder den Schnecken und dem Gärtnern. Auf Regen folgt Sonne, und die blöden Viecher nagen auch nicht immer gleich alles an, was nicht niet- und nagelfest ist. – Vieles, aber nicht alles … Manchmal braucht man eben einfach ein bißchen Gelassenheit. (So wie beim Warten auf den Frühling.) Nachdenkliche Töne! Aber keine Sorge: Wenn ich auch manchmal mit meinem Alltag hadere, die Hütte bleibt offen. Laubenhausmädchens Laube, meine ich. Die bleibt offen. Ich erzähl‘ Euch weiterhin, was im Garten so passiert, und reiche ab und an was Süßes durchs Fenster raus. Das macht mir doch einfach zu viel Spaß!

Wer allerdings bis Ostern noch fastet und vorhat, diese Zeit ja nicht zu unterbrechen, der sollte vielleicht jetzt nicht direkt weiterlesen. (Oder sich das Rezept für später vormerken.) Sparsam ist nämlich was anderes, bei insgesamt acht (!) Eiern und 400 Gramm Zucker. Diät geht anders! Aber hey, es ist doch schließlich Geburtstag. Außerdem habe ich gelernt, in Portugal muß das so. Viel Zucker und noch mehr Ei. Eigelb vor allem. Zucker kam in früheren Zeiten in großen Mengen aus den Kolonien und war deshalb auch nicht sehr teuer. Das übriggebliebene Eiweiß wiederum nutzen die Nonnen in den zahlreichen Klöstern des Landes – die als die Erfinderinnen vieler (vielleicht sogar der meisten) portugiesischen Nachspeisen gelten – der Legende nach, um damit ihre Hauben und Kleider zu stärken*. Beinahe eine klassische Win-Win-Situation! Möchte man meinen.

Aber – zum Rezept! Ihr braucht also 8 Eier, Salz, 400 gr Zucker, 1/4 l mildes Olivenöl, 250 gr Mehl, 1/2 Päckchen Backpulver, 1 Tl gemahlene oder noch besser frisch gemörserte Fenchelsamen, 1/2 Tl Zimt, die abgeriebene Schale einer Zitrone, Butter und Mehl für die Backform.

Backzeit ca. 25–35 Minuten bei 200 °C. Ofen vorheizen!

Und so geht’s:

1. Die Eier trennen und das Eiweiß mit einer Prise Salz zu sehr steifem Schnee schlagen. Beiseite stellen.

2. In einer zweiten Schüssel die Eigelbe mit dem Zucker schaumig rühren, das Olivenöl zugeben und weiter rühren. Mehl und Backpulver zur Ei-Zucker-Mischung geben (einsieben!), die Hälfte des Eischnees unterheben und alle Zutaten sehr gut vermischen.

3. Gewürze und Zitronenabrieb einrühren. Anschließend den übrigen Eischnee vorsichtig unterheben.

4. Eine rechteckige Back- oder Auflaufform (etwa vom Format 35 x 24 cm) buttern und mehlen, den Teig in die Form einfüllen.

5. Den Kuchen max. 35 Minuten backen lassen – und auf keinen Fall zu lange, da er sonst seine Saftigkeit verliert. Also: am besten nach 20 Minuten schon die erste Hölzchenprobe machen und dann dran bleiben. Wenn beim Herausziehen des Zahnstochers (nehm‘ ich immer!) kein Teig mehr daran klebt, ist der Kuchen fertig. (Gegebenenfalls mit etwas Backpapier abdecken, damit er nicht zu braun wird.)

Als ich den Olivenölkuchen das erste mal buk, dachte ich, das ist doch eigentlich mehr Soufflé als Kuchen. Ging jedenfalls im Ofen wunderbar auf! Und hat auch herrlichst geschmeckt. Olivenöl und süß, das paßt wirklich gut zusammen, wie ich finde. Jetzt wünsch‘ ich aber erstmal guten Appetit – und freue mich sehr, wenn Ihr weiterhin alle meine Leser bleibt! Mal gucken, was das vierte Jahr so bringt, ich bin gespannt. (Und werde berichten.)

 

*So steht es in Alexandra Klobouks und Rita Cortes Valente de Oliveiras wunderbarem Kochbuch „Die portugiesische Küche“, erschienen im Kunstmann Verlag, 3. Auflage 2016. Ich bekam’s zu Weihnachten geschenkt und benutze seitdem (jedenfalls im Moment) fast kein anderes Kochbuch.

2 Replies to “Nachgefeiert {Bloggeburtstag}”

  1. Ich bin auch sehr gespannt, was das vierte Jahr bringt. Ich lese Deinen Blog nach wie vor sehr gern und bin immer wieder begeistert von den superschönen Fotos. Also unbedingt weitermachen :-)! Und es kommt ja nicht darauf an, jetzt jede Woche was zu bloggen (denn dass das viel Arbeit macht, kann ich mir sehr gut vorstellen). Hauptsache überhaupt :-)! Liebste Grüße, Deine Reili

    1. Ich freu‘ mich auch immer noch sehr, daß Du hier gerne liest! <3 Hauptsache überhaupt, das stimmt. Und jetzt, wo's im Garten auch so langsam wieder losgeht, habe ich sicher bald wieder mehr zu berichten. Liebste Grüße!!

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