Spargel aus dem Ofen und Kerbel {Laubenhausmädchens Kräutergarten}

Schnell Leute, Spargel! Bevor die gute Zeit gleich wieder vorbei ist! Ihr müßt nämlich unbedingt, unbedingt noch Spargel aus dem Ofen mit selbstgemachter Kerbel-Orangen-Mayonnaise essen. Woher ich das so genau weiß? Na, ich hab’s getestet. Verkostet und für gut befunden. Super gut!

Daß Kerbel und Spargel so hervorragend zueinander passen, war mir auch nicht bewußt, bis wir vor ein paar Wochen zu einem Kochnachmittag bei einem lieben Kollegen verabredet waren. Der Mann ist gelernter Koch und kennt sich aus. Vor allem schreckt er auch nicht davor zurück, eine Bande Dilettanten wie uns zum Kochen in seine Küche einzuladen. (Chapeau!) Fünf Gänge haben wir gemeinsam gezaubert von der Vorspeise bis zum Nachtisch und waren von nachmittags um drei bis abend um halb zehn gut und lecker beschäftigt. Die Idee finde ich total klasse: Jeder bringt ein oder zwei Zutaten mit, ohne sich vorher großartig mit den anderen darüber abzustimmen. Und dann, wenn die Einkaufstaschen geleert werden, wird quasi erst am Herd spontan beschlossen, was es zu Essen gibt – also, was man aus den Zutaten macht.

Und wenn Spargelzeit ist und man für acht Leute ungefähr drei Kilogramm oder mehr Spargel zu Verfügung hat, dann gibt’s als zweite Vorspeise eine Spargelcremesuppe, selbst angesetzt mit den Spargelschalen (ein ganzer großer Topf voll Schalen!), und als Zwischengang ofengebackenen Spargel mit Kerbel-Orangen-Mayonnaise. Und da ich ja eh so ein Mayonnaise-Mädchen bin, war ich auf letztere wirklich sehr gespannt. Kerbel sei ja nicht so jedermanns Sache, behauptete der Kollege noch. Schmeckte ja durchaus recht intensiv. Das stimmt wohl auch – aber ich kann Euch sagen, das Lakritzige vom Kerbel und das Fruchtige der Orange passen ganz hervorragend zu dem süß-gerösteten Geschmack von Spargel aus dem Ofen. Ich finde ja sowieso, man sollte Spargel gar nicht anders garen als im Ofen. (Gut, ok, braten vielleicht noch, fürs Risotto. Aber in Wasser kochen? Selten.)

Wie’s der Zufall will, wächst bei uns im Garten der Kerbel dieses Jahr wie wild und entwickelt sich auch ohne viel Pflege prächtig. Ich hatte ihn Ende April im Hochbeet ausgesät, dort steht er schneckensicher im Vergleich zu den anderen Kräutern im Beet, aus denen ich regelmäßig (je nach allgemeiner Regenlage auch zweimal täglich) gefräßige Schleicher herausklaube …

Die Hauptzutat für die Mayonnaise konnte ich also schon mal frisch ernten und aus dem Garten mitbringen (sehr praktisch). Je nach Vorliebe kann man natürlich mehr oder weniger Kerbel nehmen. Ich würde sagen, so fünf, sechs volle Zweige braucht man aber schon.

Dazu für zwei Personen:  1 Ei, ca. 250 ml gutes Sonnenblumenöl, 2 Teelöffel Bitterorangenmarmelade und 1 Prise Salz.
Vielleicht einen Spritzer frisch gepressten Orangensaft und Orangenstücke, dann wird’s insgesamt noch sehr viel fruchtiger im Geschmack.

Während die geschälten Spargelstangen im Ofen garen – einfach mit etwas Olivenöl beträufelt und mit Salz, Pfeffer und Zucker gewürzt, noch ein, zwei, drei Butterflöckchen obenauf verteilt, den Ofen auf 180 °C vorgeheizt, etwa 45 Minuten je nach Stangenformat – könnt ihr aus den oben genannten Zutaten mit dem Pürierstab eine Mayonnaise herstellen. Der Kerbel wird feingehackt und erst am Ende zusammen mit den Orangenstücken untergemischt. (Ich gebe zu, Orangen sauber filetieren, das kann ich nicht. An der Stelle habe ich bei unserem Kochnachmittag nicht aufgepasst … Hatte aber auch Besseres zu tun, da ich für die Vorspeise aus Spinatsalat und Erdbeeren die Salsicciabällchen rollen durfte.)

Was soll ich sagen? Ein Traum! Auch zu den Kartoffeln, die es diesmal ganz klassisch dazu gab, hervorragend. Kann ich Euch nur ans Herz legen so!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.