Herbstzeit, Birnenzeit {Versunkener Birnenkuchen}

Erinnert Ihr Euch noch, daß ich Euch vor meinem Urlaub im September ein Kuchenrezept versprach? Vier Wochen ist das nun schon wieder her…  Kurz bevor wir fahren wollten war das, ich weiß es genau.

Im Geiste war ich längst beim Taschepacken und pflückte dann doch erst noch gefühlte drei Tonnen reife Birnen. Ganz so viel war’s natürlich in Wahrheit nicht, aber der Marmeladenvorrat* im Vorratsschrank zeugt schon von einer ansehnlichen Ernte. Fünf Kilo waren das bestimmt! Mindestens. Wenn Ihr meine Arme fragt… Und die lieben Nachbarn im Garten bekamen zusätzlich Anweisung, den Baum in unserer Abwesenheit bitte sehr komplett leer zu pflücken, denn es saßen noch eine schöne Menge Früchte dran, als wir uns auf den Weg machten. (Fast haben sie’s auch geschafft, die Guten.)

Birnenessig habe ich aus lauter Verzweiflung dann auch noch angesetzt, da stand das Reisegepäck praktisch schon an der Tür. – Praktisch im wahrsten Sinne des Wortes, da der Birnenkuchen, von dem hier eigentlich die Rede sein soll, auf diese Weise in den Proviantkorb für unterwegs wanderte. Sonst hätte ich ihn ja einfrieren müssen, und das wollte ich nun wirklich nicht… Dafür hat’s viel zu gut nach frisch gebackenem Kuchen geduftet… Und bei fünf Stunden Autofahrt freut man sich doch auch über einen kleinen Snack, oder nicht?

Für eine runde Springform (Ø 26 cm) braucht Ihr 120 gr Butter oder Margarine, 125 gr Zucker, ein Päckchen Vanillezucker, 3 Eier, 200 gr Mehl, eine großügige Prise Backpulver und 4–5 Birnen, geschält, entkernt und in gleichmäßige Hälften geschnitten. Nach Belieben: Puderzucker zum Bestäuben.

Backzeit im vorgeheizten Ofen ca. 40–45 Minuten, Backtemperatur (Elektroofen) 180 °C.

Und so geht’s:

1. Die Springform mit Butter ausfetten und mit Mehl bestäuben (oder mit Backpapier auslegen).

2. In einer Rührschüssel zuerst die Butter cremig rühren, dann Zucker, Vanillezucker und ein Ei nach dem anderen zugeben. Weiter rühren, rühren und rühren, bis eine fluffige, lockere Masse entsteht. (Weshalb der Rührteig Rührteig heißt: Rühren ist sein Geheimnis.)

3. Anschließend Mehl und Backpulver zusieben und vorsichtig unterrühren. (Das Rührgerät vielleicht nicht direkt auf die höchste Stufe stellen.)

4. Den Teig in die vorbereitete Backform geben.

5. Die geschälten Birnenhälften auf der Oberseite fächerförmig einscheiden und mit der eingeschnittenen Seite nach oben kreisförmig auf den Teig setzen. Die Früchte mit etwas Zucker bestreuen. (Wenn ich Zimtzucker da gehabt hätte, hätte ich sicher den genommen. Hatte ich aber leider nicht. – Beim nächsten Mal!)

6. Den Kuchen auf mittlerer Schiene im Ofen goldbraun backen. Abkühlen lassen und vor dem Servieren mit etwas Puderzucker bestäuben.

Und falls Ihr Euch jetzt die ganze Zeit gefragt habt, wo zum Geier der Freund und ich dieses Jahr eigentlich unsere Ferien verbracht haben? Davon erzähle ich Euch ein andermal. Berichten möchte ich davon aber auf jeden Fall, denn ich habe die Gelegenheit genutzt und mir endlich einen länger gehegten Gartenbesuchswunsch erfüllt. Das war so schön!

* Birnenmarmelade, das schmeckt? Oh ja, sehr gut sogar! Probiert doch mal die Kombination aus Birne und Kardamom. So unglaublich köstlich, sage ich Euch! Und einfach zu machen: ein Kilo geschälte, enternte und in kleinere Stücke geschnittene Birne mit 800 gr Zucker sowie Saft und Zesten von zwei Zitronen musig weich kochen. Währenddessen eine Gewürzkugel (oder einen Teefilter, so hab‘ ich’s gemacht) mit 10 Kardamomkapseln in den Topf hängen. Vor dem Abfüllen in Schraubdeckelgläser (gespülte und heiß ausgekochte Schraubdeckelgläser) Gewürz und Zesten entfernen. Fertig ist das Frühstücksglück…