Zweimal Sommer: Kräutersalz und Minzzucker selbstgemacht {Geschenke aus Laubenhausmädchens Küche}

Während alle anderen längst vom Herbst schwärmen, versuche ich, den Sommer mit allen Mitteln festzuhalten. Das ist jedes Jahr das gleiche. Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ich wieder Strümpfe anziehen muss, an dem alle Himbeeren geerntet und die letzten Tomaten von den Sträuchern gepflückt sind. Nicht immer treten diese drei Ereignisse zeitgleich auf, das eine oder andere lässt sich zu meinem Glück manchmal auch ein kleines bißchen hinauszögern. (Die Himbeeren halten ja bei günstigem Wetter oft noch bis November durch – da akzeptiere ich dann notgedrungen auch die Strumpftemperaturen.)

Im Moment lautet meine Taktik gegen den Herbstblues, noch möglichst viel vom Sommer einzufangen und zu konservieren. Der Tomatensaucenvorrat für den Winter ist schon lange aufgefüllt, die Himbeeren lagern im Tiefkühlfach und warten darauf, zu Marmelade verarbeitet zu werden. (Das braucht wohl noch ein Weilchen, denn mir sind tatsächlich die Einmachgläser ausgegangen, nachdem der Gartenfreund von nebenan uns zirka eineinhalb Kilo seiner köstlichen Traubenernte überließ. Einen ganzen großen Eimer voll! Kann sich das einer vorstellen? Die eigenen Weintrauben zu verschmähen? Darüber bin ich immer noch irritiert. Aber beschweren will ich mich auch nicht gerade – ich kann schließlich jetzt jeden Morgen leckerstes Traubengelee grape jelly galore auf dem Frühstücksbrot essen!)

Kräuter aus dem Garten und vom Balkon haltbar zu machen, gehört auch zu meinem jährlichen Sommerverlängerungsprogramm. Oregano, Thymian, Bohnenkraut und Co. lasse ich am Zweig trocknen und bewahre das grüne Glück in lichtgeschützten, dunklen Gläsern im Gewürzschrank auf. Die Ernte reicht meist bis zum nächsten Sommer, wenn längst wieder frische mediterrane Kräuter zur Verfügung stehen.

In diesem Jahr fiel die Kräuterernte* allerdings so reichlich aus, daß ich ein bißchen mehr daraus machen wollte.

Also habe ich zwei neue „Rezepte“ ausprobiert, die so schnell und mit einfachen Mitteln umzusetzen sind, daß ich sie Euch noch rasch verraten will – nur für den Fall, daß Ihr noch frische Kräuter oder ein paar Zweige Minze in petto habt, die haltbar gemacht werden könnten? (Wer Minze im Garten hat, hat ja meistens eher viel zu viel davon als zu wenig.)

Aus Oregano, Thymian, Salbei, Bohnenkraut und – logisch! – Salz habe ich ein BBQ-Kräutersalz gemacht. Grobes Salz hatte ich glücklicherweise noch im Vorrat, das habe ich erst im Mörser zerstoßen und dann mit den frischen, kleingeschnittenen Kräutern gemischt. In Gläser abgefüllt, entzieht das Salz dem duftigen Grün mit der Zeit die Feuchtigkeit. So schmeckt die Mischung sicherlich umso besser, je länger man das ganze stehen und noch etwas durchziehen lässt… Als kleines Geschenk aus der Küche für Menschen, die gern kochen und grillen, ideal! Wer mag, fügt noch ein paar eßbare Blüten hinzu, Ringelblume zum Beispiel – die blüht um diese Jahreszeit ja immer noch unermüdlich!

Idee Nummer zwei ist vielleicht eher etwas für die Süßmäulchen unter Euch. Minzzucker aus Schokoladenminze und Rohrohrzucker. Klingt das nicht nach einer unglaublichen Verlockung? Gerochen hat’s jedenfalls himmlisch schokoladig-süß, als ich die Minzblätter im Mörser bearbeitet habe. Das ist der ganze Trick: Zucker und Minze werden so lange zusammen gemörsert, bis die frischen Blätter aufbrechen und ihr ätherisches Öl freigeben. (Ich bin mir sicher, das funktioniert genauso gut und sehr viel schneller, wenn man dazu den Stabmixer nimmt. Ausprobiert habe ich das allerdings nicht, insofern: no risk, no fun.) Die Zuckerkristalle dienen in diesem Fall als Geschmacksträger und Haltbarkeitshilfe gleichermaßen. Wofür man den Minzzucker verwendet? Och, für allerlei Süßspeisen, zur Dekoration von Plätzchen und Backwerk, für im Tee… Da fällt mir doch eine ganze Menge ein. Oder was denkt Ihr?

 

*Alle Kräuter, die ich hier verarbeitet habe, sind Mitbringsel [Achtung: Geschenk. Daher möglicherweise Werbung?] vom diesjährigen Gartenbloggertreffen, das im August bei Volmary auf dem Kaldenhof in Münster stattfand. Es war das vierte Treffen dieser Art und ich durfte tatsächlich auch zum vierten Mal dabei sein. Das war so ein wunderbarer, ereignisreicher und sonniger Tag, eigentlich muss ich Euch davon noch viel mehr erzählen. Aber das mache ich ein andermal! Erstmal kennt Ihr jetzt den Grund, warum ich mich dieses Jahr über eine so reichliche Kräuterernte freuen konnte.

 

 

Spekuliere: Spekulatius {Geschenke aus Laubenhausmädchens Küche}

Ich gestehe: Auf Spekulatius spekuliere ich vor Weihnachten jedes Mal. Ich beneide auch unsere Nachbarn im Westen, daß sie ihr Spekuloos zwölf Monate im Jahr essen können. Zu Hause gilt ja für mich eisern die Regel „kein Weihnachtsgebäck vor dem ersten Advent“, aber wenn ich in Holland bin? Ist es ja kein Weihnachtsgebäck mehr, sondern ein stinknormaler Keks. Ha, ausgetrickst! So läuft das nämlich. (Die Geschichte zur eisernen Regel? Ist rasch erzählt. Es begab sich aber zu der Zeit, als ich Austauschstudentin in den USA war, meine Mutter mir vor Weihnachten ein Lebkuchenpaket von Zuhause schickte und alle um mich herum wahnsinnig wurden, weil ich mich weigerte, das besagte Paket vor dem ersten Advent zu öffnen. Das ist jetzt bald 20 Jahre her. Ein Lebkuchenpaket trudelt immer noch jedes Jahr bei mir ein, und so hat sich auch die Tradition erhalten, Weihnachtssüßigkeiten nicht vor einem bestimmten Datum in Anbruch zu nehmen. Versteht sich!)

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