Stockrosen und ein Madeleines-Rezept {Souvenirs}

Ich geb’s zu: Über Regentage mitten im Sommer habe ich mich wohl lange nicht mehr so gefreut wie in diesem Jahr.

Nach der langen Trockenheit im Juni konnten die Pflanzen im Garten in den letzten zehn Tagen einmal ordentlich durchatmen und dringend benötigtes Wasser von oben schöpfen, derweil ich mein erhitztes Gärtnerinnengemüt um willkommene zehn bis 15 Grad (geschätzt) heruntergekühlt habe. Das tat wohl uns allen irgendwie gut …

Das kühle Wetter hat mich aber noch an etwas anderes erinnert. An einen Ausflug nach Cabourg in der Normandie nämlich, den wir bei ähnlichen Temperaturen an einem vergleichbar trüben Tag im Oktober 2018 unternahmen, um Madeleines zu essen. Ausschließlich, um Madeleines zu essen. Madeleines wie bei Proust, das mußte jawohl sein. Frisch aus dem Ofen, lauwarm und fluffig. Es war schließlich Urlaub! Statt Lindenblütentee bestellten wir zwei Tassen heiße Schokolade dazu, das war dem Anlaß (und dem Wetter) völlig angemessen.

Wir fanden ein kleines Café abseits der Strandpromenade, in dem die Madeleines genau so serviert wurden, wie wir’s uns vorher erträumt hatten. Perfekt! Anschließend taten wir wie alle anderen Touristen und unternahmen einen kleinen Spaziergang – wir promenierten, wie es sich in Cabourg gehört. Das Meer und der Strand interessierten mich allerdings herzlich wenig, ich hatte nur Augen für die wunderbare Blumendekoration entlang der öffentlichen Wege. Die Côte Fleurie trägt ihren Namen wohl nicht umsonst.

Besonders die Stockrosen mit den dunkelvioletten, beinahe schwarzen Blüten hatten es mir angetan. Und weil ich ja immer offen für gärtnerische Experimente aller Art bin, beschloss ich noch an Ort und Stelle spontan, mich auf eins einzulassen. Schnell geguckt, ob keiner guckt, und ein, zwei bereits vertrocknete Samenkapseln abgeknipst. Huch! (Ist das überhaupt erlaubt?)

So kommt es, daß wir diesen Sommer drei Souvenire aus Cabourg auf dem Balkon stehen haben. Die Saat ist tatsächlich aufgegangen, ich muß mir nun nur noch überlegen, an welcher sonnigen Stelle im Garten ich die Stockröschen im Herbst auspflanzen will. Ich habe gelesen, daß man das machen soll – im Herbst auspflanzen –, damit die Pflanzen im vom Sommer aufgewärmten Boden noch ordentlich anwachsen können. Da sie jetzt schon länger Tag und Nacht draußen stehen, dürften sie dann auch keine Schwierigkeiten mit dem Winterwetter haben.

Ob die Stockrosen im nächsten Jahr dann tatsächlich in der dunklen Farbe blühen? Ich bin wirklich gespannt … Und habe zur Feier des Tages Madeleines für Euch gebacken. Probiert’s aus, besonders schwierig oder zeitaufwendig ist das wirklich nicht. Das Ergebnis ist allerdings umso spektakulärer!

C’est formidable! Das Grundrezept für 12 Madeleines

Die Zutatenliste: 125 gr Butter oder Margarine, 3 Eier, 125 gr Zucker und 1 Päckchen Vanillezucker, die abgeriebene Schale von einer halben Zitrone, 125 gr Mehl, 2 gestrichene TL Backpulver, 60 gr gemahlene Mandeln (ohne Haut), Puderzucker nach Belieben.

Außerdem benötigt Ihr einen Spritzbeutel mit einfacher Tülle und eine Madeleines-Form, plus etwas Butter zum Fetten der Form.

Den Ofen auf 200 °C (Umluft 175 °C) vorheizen. Backzeit 10–12 Minuten.

Und so geht’s:

1. Die Butter in einem kleinen Topf schmelzen. Vom Herd nehmen, beiseite stellen und abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Vertiefungen im Madeleinesblech (12 Mulden) gut ausbuttern. Den Ofen vorheizen.

2. Eier, Zucker, Vanillezucker und abgeriebene Zitronenschale in eine Rührschüssel geben und mit den Quirlen des Handrührgeräts auf der höchsten Stufe schaumig rühren.

3. In einer zweiten Schüssel Mehl, Backpulver und gemahlene Mandeln mischen. Esslöffelweise unter die Ei-Zucker-Zitrone-Mischung heben und verquirlen. Jetzt die abgekühlte flüssige Butter hinzugeben und gut unterrühren.

4. Etwa die Hälfte des fluffig-luftigen Teiges in den Spritzbeutel geben und auf die Förmchen verteilen. (Ich fülle die Mulden immer fast bis zum Rand.) Zehn bis 12 Minuten backen, das Blech aus dem Ofen nehmen und wenige Minuten abkühlen lassen. Die fertigen Küchlein aus den Förmchen lösen, zum Abkühlen auf ein Kuchengitter geben. Dann das Blech erneut fetten und mit dem übrigen Teig verfahren wie beschrieben. Nach Geschmack mit Puderzucker bestäuben und die Madeleines frisch servieren.

Et voilà, schon seid Ihr auf dem Weg nach Frankreich. Einfacher geht’s doch nicht, oder?

 

Stachelige Gurken {Reiseerinnerung}

Falls Ihr Euch fragt, ob das Laubenhausmädchen vielleicht eingefroren ist? – Ja, das bin ich. Gefühlt. Jedenfalls erwache ich nur ganz vorsichtig aus meiner Winterstarre. Ist einfach nicht meine Jahreszeit, diese Zeit! (Ungefähr von November bis März?) Die ersten Wochen des neuen Jahres waren obendrein super arbeitsreich, das hat mich einen Haufen Energie gekostet. Und so naß und verregnet und kalt! Daß im Garten nach wie vor alles brachliegt und ich zugebenermaßen noch keinen Handschlag getan habe. Der Matsch muß jetzt erstmal gründlich abtrocknen … und ich die Zeit finden, mich in Ruhe mit der Beetplanung für diese Saison zu befassen. Die kam nämlich bislang auch viel zu kurz. (Bin spät dran dieses Jahr, ich weiß. Aber: siehe oben! Kopf voll, Batterie beinahe leer.) In der Hoffnung, damit der Schneckenplage im Gemüsebeet Herr zu werden, will ich zum Beispiel vor der Aussaat ganz gern Einfassungen aus Holz auf die Erde stellen. Wenn – falls! – auch das nichts daran ändert, daß die blöden Viecher den Salat abnagen, bringt es vielleicht wenigstens etwas mehr Struktur und Ordnung ins Beet. Und das kann ja nie schaden! Zweiter Vorteil: Wir können mit Erde und Sand auffüllen, dann wird’s vielleicht auch mal was mit der Möhrenernte. Ausgerechnet im Gemüsebeet ist die Erde bei uns im Garten nämlich so lehmig und schwer, daß die bislang meist eher nicht so von Erfolg gekrönt war. Dabei sind Möhren aus eigener Ernte doch das Köstlichste! Apropos Schnecken, in einem Gartenratgeber las ich, daß Tagetes als sogenannte Schneckenlockpflanzen gelten und daß man sie pflanzen kann, um die Tiere von ihren eigentlichen Zielen im Beet ab-, also quasi direkt darauf umzulenken? Vom Salat und den Radieschen weg und voll hin zur Tagetesblüte. Die sie dann ja meinetwegen sehr gern abrasieren können. Habt Ihr das schon mal ausprobiert? Ich meine, funktioniert das wohl? – Nach den Erfahrungen der letzten Jahre bin ich ja wild entschlossen, alles auszuprobieren, was Hilfe verspricht.

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Sandwich is for Summer {Rezeptesammlung}

Ihr könnt’s Euch sicher denken: Im Moment versuche ich, jede freie Minute im Garten zu verbringen. Und wie froh ich bin, daß die Tage noch lang sind! Abends bleibt es hell und ich kann auch nach Büroschluß noch ein Weilchen im Garten sein. Vielleicht zwischen den Blumen an der Terrasse noch die Harke schwingen oder die Gurken aufleiten oder für die Tomatenpflanzen, die so unglaublich groß geworden sind, Schnüre bis unter die Decke des Tomatenhauses binden, damit sie sich daran weiter festhalten können. Bei der Wärme: sowieso gießen. Oder in Ruhe auf der Bank sitzen, den Duft vom Lavendel genießen und einfach mal eine Viertelstunde innehalten. Deshalb mag ich den Sommer so. – Die Wärme, der Himmel (das Blau!) … Wenn ich im Garten sein kann, fühlt sich das manchmal an wie Sommerferien früher.

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Time for Tea – and Scones

Es bleibt englisch auf dem Blog. Leute, da müßt Ihr jetzt durch. Ich war doch kürzlich in Liverpool (wie angekündigt). Und was soll ich sagen? Ich bin verliebt in diese Stadt. So schön ist’s da! Livemusik und nette Leute, gutes Essen … Ganz unerwartet: gutes Wetter! Gute Museen. Möwen und der Geruch von Salzwasser. Fish ’n Chips. Die Beatles. Denn die vier begegnen einem natürlich auf Schritt und Tritt und überall an jeder Ecke. So viel könnt‘ ich Euch erzählen! Will ich auch. Denn es bleibt Euch ja nichts anderes übrig: Aus vollstem Herzen schick‘ ich Euch nach Liverpool.

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Kopfgymnastik. Und ein Rezept {Laubenhausmädchens Kräutergarten}

Wer mich kennt, weiß: Zahlen sind mir ein Graus. Rechnen fand ich schon in der Grundschule doof. (Buchstaben hingegen – Buchstaben waren schon damals meine Freunde!) Wie ich durch den Matheunterricht gekommen bin? Sicher nicht sonderlich gut, fragt meine Lehrer. So durchgemogelt hab‘ ich mich, meistens. Und gelegentlich denke ich heute noch, hättest du mal besser aufgepaßt. Letzten Sonntag zum Beispiel. Backen wollte ich, und war vom Rezept* kurzzeitig voll aus der Fassung gebracht. Nicht nur, daß ich zum ersten Mal den Versuch machen wollte, in der gußeisernen Form – mit anderen Worten: im Bräter – zu backen: ein cornbread, Maisbrot mit Honig und Thymian – frisch aus meinem Kräutergarten! Juchhu! Das allein war ja schon aufregend genug. Aber. Dann mußte ich auch noch [quiek!]…rechnen… Zutaten kalkulieren jedenfalls.

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Meine Suppe eß‘ ich doch! Spicy Corn Chowder

Suppe nur im Winter? Nö. Find‘ ich nicht. Ich bin ein echter Suppenkasper. Und es gibt Situationen, da baut mich beinahe nichts besser wieder auf als eine Schale dampfend heißer Eintopf. Doch, eine Tasse schwarzer Tee vielleicht. Aber ob nun Winter ist, Sommer oder so ein Fahrstuhlwetter wie zur Zeit… Das ist mir dann grad‘ egal. – Juli über Bochum, wenn Ihr’s wissen wollt: immer noch so lala. Die Kleingärtnerin und das Wetter! (Diesen Sonntag: ausnahmsweise Liegestuhl. Unter dem großen Kirschbaum. Das war ein echtes Fest!)

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Kekse! {Achtung: Erdnußbutter-Content}

Souvenirs, die ich essen kann, sind mir die liebsten. Kennt Ihr das auch? So oft möchte ich mir alle Taschen vollstopfen mit den leckersten Sachen! Wenn ich schon nach Hause fahren soll…versüßt der Geschmack von Urlaub auf dem Teller doch das Ankommen. Fast kann ich dann so tun, als wäre ich noch gar nicht wieder da, als hätte mich der Alltag noch nicht wieder getroffen. – Und das ging echt fix diesmal, so schnell konnte ich gar nicht gucken. (Seufz.)

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