My Love Is a Mangold {Mit Rezept}

Wißt Ihr, was kurios ist? Für die Arbeit hau‘ ich gerade mal wieder einen Text nach dem anderen raus. Ich sitze in gefühlt endlosen Videocalls, recherchiere, schreibe, verwerfe, fange neu an … Und so weiter.

Das mache ich fünf Tage die Woche. Und ich will mich gar nicht beschweren, ich mag meinen Job. Kein Witz. (Echt jetzt.) Nur eine Sache gefällt mir daran gerade mal wieder gar nicht. Denn was ich eindeutig zu wenig habe, ist Zeit! Zeit für schönere Dinge. Zeit für den Garten. Zeit, Rezepte auszuprobieren, zu fotografieren, Ideen zu sammeln … Das hier, die virtuelle Herzenslaube, habe ich schon wieder sehr lange vernachlässigt. Das passiert mir so häufig, und ich find’s jedes Mal wieder doof. Richtig doof.

Eine gute Seite hat die ganze Sache allerdings. Denn wenn es nicht Gartengeräte sind, über die ich beruflich schreibe, dann sind es meist irgendwelche Dinge für die Küche. Oder es ist etwas, das mit Kochen und Essen und traditionellen Rezepten zu tun hat. Und siehe da, so schließt sich der Kreis! Tatsächlich, denn wenn ich mich nicht zuletzt tagelang mit italienischem Streetfood, mit Panini, Sandwichtoastern und Kontaktgrills hätte beschäftigen müssen dürfen – und wenn mir nicht im Garten der Mangold so dermaßen über den Kopf wachsen würde! –, wäre ich vermutlich nicht so bald auf die Idee gekommen, zu Hause Piadine zuzubereiten.

Und wer sich nu‘ denkt: Pia-was, nie gehört oder so? Dem (oder der) sag ich: Jau, Piadine. Fladenbrote auf italienische Art. Der Freund sagt, schmeckt wie eine Mischung aus ’ner guten Pizza und einem großen Mürbeteigkeks. Und er hat recht! Ich fand die Teile jedenfalls ziemlich lecker. Mich kann man allerdings auch mit (fast) allem, das auch nur ansatzweise mit Brot und Sandwich und geschmolzenem Käse (vor allem mit geschmolzenem Käse!) zu tun hat, sehr einfach um den Finger wickeln.

Wenn es Euch da auch nur ansatzweise ähnlich geht, ist dieses hier Euer Rezept!

Sommersnack Italien: Piadine mit Mangold aus dem Garten 

Für 6 kleine Fladenbrote braucht Ihr 500 gr Mehl (ich habe einen feinen Weizendunst verwendet), 125 gr Butter oder Butterschmalz, etwa 150–170 ml Wasser, 1 Prise Salz und eineinhalb Teelöffel Backpulver.

1. In einer großen Schüssel Mehl, Salz und Backpulver mischen und mit Butter oder Butterschmalz verkneten. (Am besten einfach gleich mit den Händen.)

2. Das Wasser schluckweise dazugeben und weiter kneten, bis ein glatter Teig entsteht. Den Teig zu einer Kugel formen, abdecken und etwa eine halbe Stunde bei Raumtemperatur ruhen lassen. (Oder, wenn Ihr schon morgens Zeit habt, mit den Vorbereitungen fürs Mittag- oder Abendessen zu beginnen, gern auch etwas länger, dann aber im Kühlschrank. Funktioniert ebensogut.)

3. Den Teig in sechs etwa gleichgroße Portionen teilen, zu möglichst gleichmäßigen Kugeln formen und diese noch einmal abgedeckt etwa 30 Minuten ruhen lassen.

Und für die Füllung: gartenfrischer Mangold oder je nach Jahreszeit gern auch Spinat in rauen Mengen, etwas Olivenöl, Salz und Pfeffer nach Geschmack, Mozzarella in Scheiben (rechnet etwa eine halbe Kugel pro Portion, oder besser etwas mehr, wenn Ihr auch solche Käsemonster seid wie ich!) und grünes Pesto.

Das Pesto für die Piadine habe ich aus frischen Basilikumblättern, Pinienkernen und einem ordentlichen Schluck gutem Olivenöl mit dem Stabmixer frisch zubereitet. Genaue Mengenangaben sind da immer ein bißchen schwierig, finde ich – das mache ich so nach Gefühl und Wellenschlag, wie das vor Jahren einmal jemand genannt hat. Es kommt ja auch immer ein bißchen darauf an, wie man die Konsistenz mag: eher fest wie bei einer Würzpaste oder vielleicht doch flüssiger? Ich bin bei Pesto tatsächlich immer eher auf der flüssigen Seite, daher habe ich hier auch ausnahmsweise den Parmesan als Zutat ganz außen vor gelassen. Ein wenig Knoblauch kann man natürlich immer zufügen, wenn man mag. (Ich mag’s, vertrage es aber leider nicht mehr so gut.)

Und eine weitere Varationsmöglichkeit: Wer möchte, kann die Fladenbrot-Füllung noch um gegrilltes oder in der Pfanne gebratenes Hähnchen (oder Tofu) ergänzen.

Während der Teig noch rastet, könnt Ihr ganz entspannt die Füllung vorbereiten. Also: wenn gewünscht, das Hähnchen durchgaren. Den Mangold putzen, in Stücke schneiden und in etwas Olivenöl in der Pfanne zerfallen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen. Den Mozzarella in Scheiben schneiden und das Pesto bereitstellen.

Und dann geht’s auch schon ans Brotbacken. Oder Brotbraten? Ich bin mir nicht ganz sicher. Jedenfalls braucht Ihr jetzt eine gut vorgeheizte (beschichtete) Pfanne.

4. Die Teigkugeln mit etwas Mehl zu ca. zwei Millimeter dünnen, möglichst runden Fladen ausrollen.

5. Die Fladen nacheinander in die Pfanne geben und zunächst einige Minuten von der Unterseite bräunen lassen. Wenden – und direkt mit dem Füllen beginnen! Dazu die Piadine etwa zur Hälfte mit Pesto bestreichen, Huhn und/oder Mangold darauf verteilen und zuletzt einige Scheiben Mozzarella obenauf legen. Die nicht belegte Brothälfte umklappen und das Ganze weiter erwärmen, bis der Käse geschmolzen ist.

6. Letzter Schritt: aus der Pfanne nehmen und noch warm genießen!

Ich versprech’s Euch – ein Glas Wein oder ’ne italienische Zitruslimo dazu und das fühlt sich an wie der lang vermisste Urlaub in Italien! Und es schmeckt auch so … Ich schätze mal, Piadine wird es bei uns jetzt öfter geben.

Buon appetito!

 

 

 

 

 

Kuchen zum Abendessen. Süß-Herzhaftes aus dem Ofen

Der Sommer ist zurück! Beinahe hätte ich schon eine Vermißtenanzeige aufgegeben. Nach dem Regen war die Hitze war der Regen… Wochenlang (so kam es mir vor). Aber jetzt! Aber jetzt – ist die Sonne wieder da. Und liebe Gäste bringt sie mir in den Garten: Die Blogowskis kommen! Heute, zum Stammtisch. Auf unsere Terrasse! – Oh ha.

Große Ehre für das Laubenhausmädchen! Und eine wunderbare Gelegenheit, das großartige Kochbuch von Nicole Stich – ihren Reisehunger* – wieder mal zur Hand zu nehmen. So viele Rezepte! Und so viele Gelegenheiten, mit allen Sinnen der Reiseroute der Autorin zu folgen… (– Seufz.) Heute nehme ich Euch mit nach Athen. (Steht auch auf der Liste, übrigens.)

Ein Brot wollte ich backen, als kleine Beilage zum Grillen. Da war doch dieses griechische! Ja, das Brot, das eigentlich (in Wahrheit) ein herzhaft gewürzter Kuchen ist. – Macht das was? Nö, oder. In Griechenland ißt man ihn wohl hauptsächlich zum Frühstück. Warum dann nicht genausogut zum Abendbrot? Möglichkeiten zu variieren gibt es viele, beim ersten Versuch – jetzt – habe ich mich aber ans Grundrezept gehalten.

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Laubenhausmädchen wünscht sich den Sommer herbei. Mit Paprika

Mein rechter, rechter Platz ist frei, und ich wünsche mir – den Sommer herbei! Funktioniert bestimmt. Oder? Oder?? Man. Immer noch naß draußen… Der Garten freut sich, ja. Vielleicht. Aber ich nicht. Lange mache ich das nicht mehr mit. Regen, Regen, Regen. Bringt Segen? Bringt Ungeduld.

Und: Sonne in Laubenhausmädchens Küche. Mit einem Gericht, daß ich in den Rezepten für einen italienischen Sommer fand: Gefüllte Sommerpaprika, peperoni ripieni d’estate. Das Buch ist in der deutschen Ausgabe 2013 bei Edel in Hamburg erschienen. 400 Seiten mediterrane Köstlichkeiten! Und so schön, ich durfte den Wälzer aus der viel-viel-bändigen Kochbuchbibliothek ausleihen, die von meinen lieben Kolleginnen im Nachbarbüro gehegt und gepflegt wird. (Seufz.)

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Schmeckt nach Sommer. Börek mit Käse – und Käse

Langes Wochenende! – Und nach drei Nachmittagen im Garten (na gut, ich geb’s zu: zwei wundervoll sonnenbeschienenen Nachmittagen und einem, der ganz und gar verregnet war – das Wetter ignoriere ich einfach)… Jedenfalls, im Garten war ich. Ein kleiner Urlaub! Der mir großen Appetit gemacht hat auf ein Abendessen, das nach Sonne und nach Sommer schmeckt. (Dem Dauerregen abgetrotzt – da bin ich eigen, müßt Ihr wissen.)

Ich hab‘ mich einfach inspirieren lassen von dem wunderbaren Kochbuch von Nicole Stich: Reisehunger, das ich kürzlich erst geschenkt bekam. So viele köstliche Rezepte, tolle Bilder, Ideen, Tips fürs Kochen – und fürs Reisen… Eigentlich könnt‘ ich direkt die Koffer packen! Den Duft von Kräutern und Gewürzen auf den Märkten in Istanbul schon in der Nase (– da war ich noch nie… Jetzt möcht‘ ich so gern mal hin!), will ich unbedingt ein Börek backen. Türkisch hab‘ ich noch selten gekocht, das Rezept klingt recht einfach. Freestyle! (Und Käse mit Käse ist ja immer eine ganz hervorragende Idee. Oder nicht?)

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