Zucchini-Ananas-Kuchen ohne Ananas {Rezeptesammlung}

Kommt, wir stemmen uns gemeinsam gegen die Zucchini-Flut! Das kühlt ganz sicher auch ein bißchen ab. Öhm, naja. – Ich gebe zu, bei Temperaturen von über 30 Grad jeden Tag mag es erstmal kontraproduktiv erscheinen, in der Küche extra den Ofen anzuschmeißen. Andererseits: Darauf kommt’s dann auch nicht mehr an, oder? Is‘ eh so heiß. Und Kuchen backen kann man auch morgens früh, wenn’s noch erträglich ist. (Dann hat man auch gleich was fürs Picknick im nächsten Baumschatten am Sonntag nachmittag!)

Das gute an diesem Rezept ist, dass man zumindest die Grundzutaten sowieso immer im Haus hat. Und (siehe die Überschrift) alles weitere ist Interpretationssache. Oder jedenfalls super flexibel. Wenn keine Ananas da ist, kommt eben keine in den Teig, fertig. Das Originalrezept sieht als freiwillige Beigabe außerdem Rosinen vor. Wer die nicht mag – und das sind erstaunlich viele, habe ich festgestellt! – nimmt vielleicht eine andere Trockenfrucht dazu, wenn zur Hand. Ich habe diesmal getrocknete Feigen verwendet, das passt auch sehr gut. Und umso besser, da auch Zimt und Muskat als Zutaten vorgesehen sind.

Das Rezept zu diesem Zucchini-Kuchen ist tatsächlich seit 25 Jahren Teil meiner Sammlung, ist mir aufgefallen. Ich habe nachgerechnet! Und es stimmt, wir haben ja schon 2018 … Ich nehme Euch also jetzt mit ins Jahr 1993, da war ich in der elften Klasse und im Herbst drei Wochen im Schüleraustausch in Vermont. [Siehe auch diese Geschichte. Wisst Ihr schon!] Bei irgendeinem Potluck-Dinner landete damals auch ein Zucchini-Kuchen auf dem Buffet. Süßes backen mit Gemüse, das kannte bei uns zu der Zeit noch keiner, jedenfalls niemand, von dem wir wußten und der nicht mindestens schon mal in Amerika gewesen war. Fanden wir hochinteressant! Und so lecker, dass das Rezept bald von der Gastmutter, die den Kuchen gebacken hatte, preisgegeben wurde und die große Runde machte. Von Austauschteilnehmerin zu Austauschteilnehmerin sozusagen, und über eine Freundin landete es dann auch bei mir und in meiner allerersten damals noch handschriftlich befüllten Rezept-Kladde. Wunderbar! Denn so kann ich heute noch darauf zurückgreifen, wenn die Zucchini im Garten ihr Bestes geben und Früchte produzieren wie die Wahnsinnigen, und mich dabei noch an diese aufregenden drei Wochen Schüleraustausch erinnern.

Eine einfachere und schnellere Art, der Zucchini-Flut aus dem Gemüsebeet im Garten Herr zu werden, gibt es wirklich nicht, wenn Ihr mich fragt. Nehmt Ihr die doppelte Menge Zutaten, könnt Ihr gleich zwei Kuchen backen – entweder in der klassichen Kastenform oder in der Guglhupfform, ganz wie’s beliebt. Oder was gerade da ist. Es hat ja nicht immer jeder alle Formen parat. Aber die Zutaten!

Für einen Zucchini-Ananas-Kuchen braucht Ihr* 2 Eier, 1/2 Cup Sonnenblumen– oder Rapsöl, 1 Cup Zucker (weißen oder Rohrzucker, was Ihr lieber mögt, ich habe dunklen Zucker verwendet), 1 Röhrchen Vanillearoma, 1 Cup geraspelte Zucchini, 1 kleine Dose Ananas (wer mag), 1 und 1/2 Cup Mehl, 1 und 1/4 Tl Backpulver, 1 Prise Salz, 1 Tl gemahlenen Zimt, 1/2 Tl Muskatnuß, 1/2 Cup Rosinen oder getrockente Feigen oder andere Trockenfrüchte (wiederum: wer mag).

Den Ofen auf 180 °C vorheizen! Backzeit ca. 1 Stunde.

Dann:

1. Die Zucchini fein oder grob raspeln, je nach Vorliebe und Geschmack. Die Raspel kurz über einem feinmaschigen Sieb abtropfen lassen.

2. Die Eier in einer Rührschüssel mit den Quirlen des Handrührgeräts schaumig schlagen. Das abgemessen Öl, Zucker und Vanille zufügen und weiter quirlen, bis sich eine feste, schaumige Masse ergibt. Anschließend Zucchiniraspel und, falls verwendet, Ananas hinzugeben.

3. In einer zweiten Schüssel die trockenen Zutaten mischen und gegebenenfalls Rosinen oder andere getrocknete Früchte hinzugeben.

4. Jetzt die Mehlmischung in die Ei-Öl-Zuckermasse geben und am besten nicht mit dem Rührgerät, sondern mit einem mechanischen Teigrührer oder Lochlöffel unterheben, und zwar so, dass die trockene Mischung sich gerade mit der feuchten Masse verbindet. Nicht zu lange!

5. In die vorbereitete Backform füllen und ab in den Ofen damit.

Und eine Stunde später: genießen! – Ok, kurz abkühlen lassen nicht vergessen und den Kuchen aus der Form stürzen. Aber dann! Und noch ein Tipp: Dank der Zucchini gerät dieser Kuchen besonders fluffig und feucht, hält sich also (luftdicht verpackt) durchaus ein paar Tage. Schmeckt auch wunderbar als sommerlicher Frühstückskuchen!

 

*Alle Maßangaben in amerikanischen Cups und Teelöffeln. Wenn Ihr abwiegen wollt oder mangels Cups müsst, findet Ihr Umrechnungstabellen zum Beispiel hier.

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