Beerenzeit, schönste Zeit {Stachelbeerguglhupf}

Sommer ist, wenn die Beeren reifen. Oder? Das findet Ihr doch auch. Sagt ja! Als erste sind die Roten Johannisbeeren dran, die mit ihrer leuchtenden Farbe und dem köstlich süß-herben Geschmack zuverlässig das Startsignal zum allgemeinen Beerenreigen geben. Die Stachelbeeren folgen auf dem Fuße. Und dann wird gepflückt und gepflückt und gepflückt, daß sich die Ernteschüsseln biegen.

Pfundweise tragen wir die Beute nach Hause. Dunkelrot, fast schon violett sind die Stachelbeeren. So schmecken sie mir nämlich am besten. Frisch vom Strauch und noch sonnenwarm, einfach so zwischendurch. Oder zu Marmelade und Gelee gekocht. Oder im Kuchen!

Irgendwo hatte ich’s vor einer ganzen Weile mal gesagt oder geschrieben: Vielleicht wird 2020 ja auch ein Kuchenjahr! Da konnte bloß noch kein Mensch ahnen, wie sehr sich das mal bewahrheiten würde.

Aber 2020 ist defintiv ein Kuchenjahr. Mein persönliches jedenfalls, denn seit wir an den Wochenenden so häufig zu Hause sind, habe ich viiieeeel viel mehr Zeit und Ruhe zu backen als normalerweise. Manche Leute gucken in den Vorratsschrank – ich gucke schon mal ein paar Tage im Voraus in den Wetterbericht, um sicherzugehen, daß wir sonntags zum Kaffee auf der Terrasse vor der Laube sitzen können. Das klappt auch meistens. (Nur jetzt gerade natürlich nicht, da’s die meiste Zeit regnet wie aus Eimern und die Wochenenden mehr oder weniger ins Wasser fallen. Ist das der Vorführeffekt? Das ist der Vorführeffekt.)

Zwischen den Johannisbeerbüschen in unserem Garten steht zwar nur ein einziger Stachelbeerstrauch, der hat in diesem Jahr allerdings wieder sehr ordentlich getragen. Und das, obwohl wir dem armen Gewächs bislang kaum Pflege und Beachtung geschenkt haben… Ein bißchen auslichten oder zurückschneiden müsst‘ ich die Pflanze wohl mal, habe ich beim Ernten festgestellt, das würde ihr sicherlich gut tun. Damit befaß‘ ich mich ein andermal – im Frühjahr, um genau zu sein, denn das ist die beste Zeit dafür. Jetzt habe ich ja erstmal ein Backrezept für Euch. Tadaa!

Beerenguglhupf mit frischen Stachelbeeren und Naturjoghurt

Für einen großen Guglhupf braucht Ihr 200 gr Butter, 260 gr Zucker,
1 Päckcken Vanillezucker, 1 Prise Salz, 5 Eier, 400 gr Mehl, 1 Päckchen Backpulver, 150 gr Naturjoghurt und 150 gr frische (wahlweise tiefgekühlte) Stachelbeeren. Puderzucker nach Belieben.

Backzeit bei 180 °C im vorgeheizten Ofen (Elektro): etwa 60 Minuten.

Nicht vergessen: Die Guglhupfform mit etwas Butter oder Margarine fetten und mit Mehl ausstäuben.

Ich habe diesmal mit Weizenmehl gebacken, bin mir aber sicher, daß Dinkel genauso gut funktionieren würde.

Der fluffig-softe Rührteig wird durch die Beeren ganz besonders saftig. Wenn Ihr keine Stachelbeeren da habt, probiert’s doch mal mit Blaubeeren, Himbeeren oder einer fruchtigen Beerenmischung. Das schmeckt bestimmt auch ganz wunderbar nach Sommer!

Und so geht’s:

1. Frische Stachelbeeren gründlich waschen und von Stiel- und Blütenansätzen befreien. (Gefrorene Beeren nicht vor dem Backen auftauen.)

2. Die Butter mit Zucker, Vanillezucker und Salz schaumig schlagen. Ein Ei nach dem anderen zufügen, jedes Ei einzeln gut unterrühren.

3. In einer zweiten Schüssel Mehl und Backpulver vermengen. Die Mehl-Backpulver-Mischung in etwa drei bis vier Portionen abwechselnd mit dem Joghurt unter die Butter-Zucker-Mischung rühren. – Da’s ein Rührteig wird, gilt wie immer: je länger gerührt, desto luftiger.

4. Zum Schluss vorsichtig die Beeren unterheben und den Teig in die vorbereitete Backform füllen. Im unteren Drittel des Ofens zirka eine Stunde backen, dann herausnehmen. Nicht vergessen: Ordentlich abkühlen lassen (etwa 30 Minuten), bevor Ihr den Guglhupf aus der Form stürzt.

Wenn Ihr mögt, könnt Ihr den Kuchen vor dem Servieren noch mit etwas Puderzucker verzieren. Dafür hatte ich diesmal keine Geduld… Das hat einfach zu verlockend geduftet und sah so einladend gold-gelb gebacken aus, da mußte direkt ein großes Stück zum Probieren her. Ich konnt‘ einfach nicht warten!

 

Glück kannst Du Dir backen {Rezeptesammlung}

Erinnert Ihr Euch noch daran, daß ich Euch vor einer ganzen Weile mal von meinem inneren Eichhörnchen erzählt habe? Dieses Rezepte hordende Eichhörnchen, das ich weiß gar nicht wo wohnt, in meinem Kopf oder in dem Daumen, der das Handy bedient oh, sieht DAS lecker aus! Das muss ich auch mal ausprobieren. Klick. Für später gespeichert. Klick! Klick, Klick! Das innere Eichhörnchen vollführt jedes Mal zehn Luftsprünge vor lauter Freude. Vielleicht hausiert es in meinem Belohnungszentrum, ich weiß es nicht. (Nur so’ne Vermutung. Ich könnte mir vorstellen, daß andere Menschen auf diese Art und Weise Dinge kaufen. Schuhe oder sowas vielleicht. Ich speichere immerhin nur Rezepte! Und ok, ich geb’s zu, gucke für mein Leben gern Koch-Videos. Koch-Videos üben eine ungeheuer beruhigende Wirkung auf mich aus. Ich könnte noch nicht mal sagen, warum. Is‘ aber so.)

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Der Feind in meinem Beet {Mit Ravioli-Rezept}

„Hast du Taleggio da?“ Wenn ein zufälliges Gespräch mit dem Koch-Kollegen am Wochenende mit genau dieser Frage beginnt, weiß ich – nu‘ muß ich improvisieren. Denn Taleggio habe ich natürlich keinen da. Reibekäse habe ich da. Und Wildkräuter aus dem Garten, die hab‘ ich auch da. Frühlingsfrisch geerntet am Tag, bevor der Schneegriesel über uns kam.

Und eigentlich wollte ich mich ja auch bloß vergewissern, daß es eine gute Idee wäre, aus Bärlauch, Wildrauke und Giersch* ein grünes Pesto zuzubereiten, damit ich es als Raviolifüllung verwenden könnte.

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Ofenkrapfen mit Hiffenmark {Laubenhausmädchen wird 5}

Karneval ist echt eine harte Zeit für mich. Erstens, weil ich so überhaupt gar kein Fan von Karneval bin. Und zweitens, weil die Krapfen, die’s beim Bäcker zu kaufen gibt – hier heißen sie Berliner – echt nicht mit der richtigen Marmelade gefüllt sind.

Wer nimmt schon gern Himbeer oder Pflaume oder Erdbeer, wenn er Hagebutte haben könnte? Also, ich nicht! Hagebutte, fränkisch Hiffe, ist doch das Allerbeste am Krapfen!

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Köstliche Winterquiche mit Lauch und Grünkohl aus dem Garten

Daß Lauch zu meinen Lieblingsgemüsen zählt, seit ich das erste Mal die eigene Ernte probieren konnte, davon habe ich Euch glaube ich im letzten Jahr schon mal berichtet vorgeschwärmt, oder? So aromatisch, mild-scharf und frisch – da kann jeder gekaufte Lauch aus dem Supermarkt gleich dreimal einpacken. [Für Anbautips und ein köstliches Suppenrezept bitte hier klicken.]

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Was mich 2019 glücklich gemacht hat {Jahresrückblick}

Ob ich das überhaupt noch kann? – Was denn? – Na, dieses Bloggen. Schreiben und fotografieren und so. – Wieso? – Ich hab das doch jetzt schon so lange  nicht mehr gemacht! – Na und? – Wie, na und? – Probier’s halt aus, dann wirste’s schon sehen!

Ihr lieben Leser*innen, seid Ihr noch da? Ich war so lange nicht hier! Drei Monate bestimmt. Und auch vorher habe ich mich ja selten blicken lassen… Geradezu verwaist war die Laube, jedenfalls die virtuelle. Im Garten bin ich schon häufig gewesen dieses Jahr. Der Gute! Ohne das Wühlen in der Erde, ohne meine Blumen, ohne das Säen und Ernten, Fluchen und Freuen wäre ich sicher manches Mal verrückt geworden. So ein Stück Acker ist auch ein Stück NormalitätGlück, wenn das Leben völlig aus den Fugen gerät.

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Zweimal Sommer: Kräutersalz und Minzzucker selbstgemacht {Geschenke aus Laubenhausmädchens Küche}

Während alle anderen längst vom Herbst schwärmen, versuche ich, den Sommer mit allen Mitteln festzuhalten. Das ist jedes Jahr das gleiche. Ich fürchte mich vor dem Tag, an dem ich wieder Strümpfe anziehen muss, an dem alle Himbeeren geerntet und die letzten Tomaten von den Sträuchern gepflückt sind. Nicht immer treten diese drei Ereignisse zeitgleich auf, das eine oder andere lässt sich zu meinem Glück manchmal auch ein kleines bißchen hinauszögern. (Die Himbeeren halten ja bei günstigem Wetter oft noch bis November durch – da akzeptiere ich dann notgedrungen auch die Strumpftemperaturen.)

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Gar nicht sauer, sondern köstlich. Zitronengurken {Laubenhausmädchens Gemüsegarten}

Ist das nicht echt vertrackt? Ausgerechnet im Sommer, wenn’s doch eigentlich aus dem Garten so viel zu berichten gäbe, hab‘ ich im Garten auch so viel zu tun. Spaß man das ja! (Eine ganze Menge sogar.) Aber – viel zu tun ist es trotzdem. Komme ich denn da dazu, Euch vom Garten zu erzählen? Nicht wirklich. Also, viel zu selten jedenfalls! (Merkt Ihr ja selbst.)

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Stockrosen und ein Madeleines-Rezept {Souvenirs}

Ich geb’s zu: Über Regentage mitten im Sommer habe ich mich wohl lange nicht mehr so gefreut wie in diesem Jahr.

Nach der langen Trockenheit im Juni konnten die Pflanzen im Garten in den letzten zehn Tagen einmal ordentlich durchatmen und dringend benötigtes Wasser von oben schöpfen, derweil ich mein erhitztes Gärtnerinnengemüt um willkommene zehn bis 15 Grad (geschätzt) heruntergekühlt habe. Das tat wohl uns allen irgendwie gut …

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Kommt, wir spielen Kirschen versenken {Junigarten}

Kann es wohl sein, daß der Juni der schönste Gartenmonat von allen ist? Mir kommt’s gerade mal wieder so vor.

Die Rosen geben sich eine nach der anderen die Klinke in die Hand und blühen nur so um die Wette. Am Lavendel tummeln sich die Hummeln und die Schmetterlinge, meinen Dahlien kann ich beim Wachsen zusehen und die Blütenbälle des Zierlauchs explodieren geradezu. Der Kürbis kommt ohne Stütze längst nicht mehr aus, die Tomaten sind jedenfalls blütenmäßig völlig außer Rand und Band geraten und die erste Gurke können wir wohl auch bald ernten. So soll das sein! So ist es auch jedes Jahr im Juni, scheint’s? Und jedes Jahr bin ich wieder höchst erstaunt. Daß das alles so kommt, hätte ich mir doch im Mai überhaupt noch nicht träumen lassen.

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